default_mobilelogo

Rettender Glaube ist ein echtes „zu Christus kommen“ (siehe Mt 11,28; Joh 6,37 etc.). Aber wir müssen beachten, welche Bedingung „zu Christus kommen“ eindeutig und unausweichlich mit sich bringt.

Wenn ich sage: „Ich kam in die USA“, dann erkläre ich damit notwendigerweise, dass ich ein anderes Land verlassen habe, um hierher zu kommen. So ist es auch mit dem „zu Christus Kommen“: Es gibt etwas, das man verlassen muss.

Zu Christus zu kommen bedeutet nicht nur, sich von jeder falschen Zuversicht zu trennen, sondern beinhaltet und umfasst auch die Trennung von allen anderen Konkurrenten Christi, die um mein Herz wetteifern. „Denn ihr gingt in die Irre wie Schafe, aber jetzt seid ihr zurückgekehrt zum Hirten und Aufseher eurer Seelen“ (1Petr 2,25). Und was ist gemeint mit: „Ihr gingt in die Irre wie Schafe?“ Zunächst spricht das von der Vergangenheit, denn auf die Gläubigen trifft das jetzt nicht mehr zu.

Jesaja 53,6 sagt uns deutlicher: „Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg.“ Das also ist es, wovon wir uns trennen müssen, bevor wir wahrhaft „zu Christus kommen“ können: Der Weg des Eigenwillens muss verlassen werden. Der verlorene Sohn konnte nicht zum Vater kommen, solange er in jenem fernen Lande blieb.

Rettender Glaube besteht in der völligen Auslieferung meines ganzes Seins und Lebens an die Ansprüche Gottes, die er an mich hat: „... sie gaben sich selbst zuerst dem Herrn“ (2Kor 8,5). Rettender Glaube ist das vorbehaltlose Annehmen Christi als meinen absoluten Herrn. Dabei beugt man sich seinem Willen und nimmt bereitwillig sein Joch auf sich. Vielleicht wendet jemand ein: Warum werden Christen dann noch zur Hingabe ermahnt, wie z.B. in Römer 12,1?

Darauf antworten wir: Alle solche Ermahnungen sind einfach ein Aufruf an den Gläubigen, so fortzufahren, wie er begonnen hat: „Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen (angenommen) habt, so wandelt in ihm“ (Kol 2,6). Rettender Glaube ist ein Glaube an Christus mit dem Herzen: „Wenn du mit deinem Mund Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst, dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, wirst du errettet werden. Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit“ (Röm 10,9-10).

So etwas wie einen rettenden Glauben an Christus ohne echte Liebe zu ihm gibt es nicht, und mit „echter Liebe“ meinen wir eine Liebe, die an Gehorsam zu erkennen ist. Christus erkennt nur solche als seine Freunde an, die alles tun, was er gebietet (Joh 15,17). So wie Unglaube vom Wesen her Rebellion ist, so ist rettender Glaube eine völlige Unterwerfung unter Gott: Daher lesen wir von „Glaubensgehorsam“ (Röm 16,26). Rettender Glaube ist für die Seele das, was Gesundheit für den Körper ist: Vollmächtig und wirksam, voller Leben, immer in Aktion und bringt Frucht nach seiner Art.

Arthur W. Pink  - siehe "Was ist rettender Glauben" vom gleichnamigen Autor, erschienen bei Betanien

"Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt lieb hat, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist, die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens, ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit." (1. Johannes 2, 15-17)

"Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin."  (Johannes 15, 10)