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Die Folge des Glaubens - oder was der Glaube an Christus bewirkt

Ein Mensch, der gerade erst geglaubt hat, wird nicht verurteilt. Lebte er auch fünfzig Jahre in Sünde und steckte in jeder Art von Laster, seine Sünden - und zwar alle - sind ihm vergeben. Aus Gottes Sicht steht er nun so unschuldig da, als hätte er nicht gesündigt. So gewaltig ist die Kraft des Blutes Jesu, daß gilt: „Wer  an ihn glaubt, wird nicht gerichtet“ (Johannes 3, 18). Bezieht sich das auf das geschehen am Tage des Gerichts? Bitte, schau selbst in Gottes Wort, und du wirst herausfinden, daß es nicht heißt: „Wer an ihn glaubt wird in Zukunft nicht gerichtet werden“, sondern er wird nicht, er wird es jetzt nicht. Und wenn er es jetzt nicht wird, folgt daraus, daß er es niemals werden  wird; weil er an Christus geglaubt hat, gilt das versprechen “Wer an ihn glaubt wird nicht gerichtet.“  Ich glaube heute, daß ich nicht gerichtet werde, und nach Ablauf von fünfzig Jahren wird das Versprechen noch genauso bestehen: „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet.“ Von dem Moment an da ein Mensch auf Christus vertraut, ist er von jeder Verurteilung freigesprochen. Von vergangener, gegenwärtiger und zukünftiger. Und von dem Tag an steht er in den Augen Gottes so da, als hätte er keine Flecken, keine Runzeln, nichts in der Art. „Aber er sündigt“, sagst du. Das tut er tatsächlich, aber seine Sünden werden ihm nicht angelastet. Sie würden Christus zugerechnet, und Gott kann das Vergehen niemals doppelt anrechnen .- erst Christus und dann dem Sünder. „Nun, er fällt aber oft in Sünde.“ Das ist möglich, obwohl, wenn der Geist Gottes in ihm wohnt, er nicht mehr so sündigt, wie er es gewohnt war. Er sündigt, weil er schwach ist, nicht weil er die Sünde liebt, denn er haßt sie jetzt.

Ich möchte versuchen deine Fragen hierzu zu beantworten:
Auch wenn er sündigt, ist er doch in Gottes Augen nicht mehr schuldig, denn seine Schuld ist von ihm genommen und auf Christus gelegt worden - sie ist wirklich, wörtlich und wahrhaftig von ihm genommen und auf Christus gelegt worden.

Siehst Du das jüdische Volk? Sie führen einen Sündenbock heraus; der Hohepriester bekennt die Sünden des Volkes über dem Kopf des Sündenbocks. Die Sünde ist ganz vom Volk weggenommen und auf den Sündenbock gelegt worden. Er geht fort in die Wüste. Ist noch irgendeine Sünde beim Volk geblieben? Wenn ja, dann hat der Sündenbock sie nicht weggetragen. Weil sie nicht gleichzeitig hier und dort sein kann. Sie kann nicht gleichzeitig weggetragen und zurückgelassen worden sein. „Nein“, sagst du, „die Bibel sagt, daß der Sündenbock die Sünden wegtrug, keine einzige war beim Volk geblieben, nachdem der Sündenbock die Sünde weggebracht hatte.“

Wenn wir so im Glauben unsere Hände auf den Kopf Christi gelegt haben, nimmt er unsere Sünde dann weg oder nicht? Wenn er es nicht tut dann nützt unser Glaube nichts. Wenn er aber unsere Sünde wirklich wegnimmt, dann kann unsere Sünde nicht gleichzeitig auf ihm und auf uns liegen. Wenn sie auf Christus lag, dann sind wir frei, rein angenommen, gerechtfertigt: das ist die wahre Lehre der Gerechtigkeit aus Glauben. Sobald ein Mensch an Jesus Christus glaubt, sind ihm seine Sünden weggenommen und zwar für immer. Sie sind jetzt ganz und gar ausgelöscht.

Wenn ein Mensch noch hundert Pfund bezahlen muß, aber schon die Quittung dafür bekommen hat, ist er frei; die Schuld ist ausgelöscht, im Buch ist sie getilgt, sie ist beglichen. Ein Mensch sündigt, doch seine Schulden sind schon bezahlt worden, bevor er sie gemacht hat, nach dem Gesetz Gottes ist er kein Schuldner mehr.

Sagt die Bibel nicht von Gott: „Du wirst alle ihre Sünden in die Tiefen des Meeres werfen?“ (Micha 7, 19) Nun, wenn sie in den Tiefen des Meeres sind, können sie nicht gleichzeitig auf seinem Volk liegen. Gepriesen sei sein Name! Von dem Tage an, wo er unsere Sünden in die Tiefen des Meeres warf, sind wir in seinen Augen rein und um seines geliebten Sohnes willen angenommen. Weiter sagt er: „So fern der Osten ist vom Westen, hat er von uns entfernt unsere Vergehen“ (Psalm 103, 12). Sie können nicht entfernt und doch noch hier sein.

Wenn du nämlich an Christus glaubst, bist du in Gottes Augen kein Sünder mehr; du wirst angenommen, als ob du vollkommen wärest, als ob du das Gesetz gehalten hättest, denn Christus hat es gehalten, uns seine Gerechtigkeit ist deine. Du hast es gebrochen, aber deine Sünden ist seine, und er ist dafür bestraft worden. Täusche dich nicht länger: du bist nicht mehr, was du einmal warst. Wenn du glaubst, stehst du an der Stelle Christi, genauso wie Christus vorher an deiner Stelle stand. Die Verwandlung ist vollständig, der Austausch ist real und ewig. Diejenigen, die an Christus glauben, werden von Gott, dem Vater, genauso angenommen, wie sein ewiger Sohn angenommen ist; diejenigen die nicht glauben, können tun, was sie wollen, sie können versuchen, sich ihre eigene Gerechtigkeit zu erarbeiten, aber sie bleiben unter dem Gesetz und damit unter dem Fluch. Ihr, die ihr an Jesus glaubt, lebt durch diese Tatsache. An sich seid ihr Sünder, doch ihr seid gewaschen im Blut Christi.
David sagt: Wasche mich, und ich werde weißer sein als Schnee“ (Psalm 51,9). Du hast schon Schnee fallen sehen, so rein und weiß. Was könnte weißer sein? Nun, ein Christ ist weißer. Du sagst: „Schwarz ist er.“ Es stimmt, er ist so schwarz wie irgend jemand sonst, so schwarz wie die Hölle, aber durch das Blut auf ihm wird er weiß, „weißer ... als Schnee“.

Nächstes Mal, wenn du die schneeweißen Kristalle vom Himmel fallen siehst, schau sie an und sage : “obwohl ich bekennen muß, daß ich unwürdig und unrein bin, hat Christus mir, weil ich an ihn glaube, seine vollkommene Gerechtigkeit gegeben. So bin ich sogar weißer als der Schnee, der vom Himmel fällt.“

Wo ist der Glaube, der das ergreift? Wo ist der Überwinderglaube, der den Sieg über Zweifel und Ängste erringt und uns die Freiheit genießen läßt, zu der Christus Menschen befreit? Du, der du an Christus glaubst, sage dir heute nacht, wenn du ins Bett gehst: „Wenn ich im Bett sterbe, kann ich nicht gerichtet werden.“  Wenn du am nächsten Morgen aufwachst, geh in die Welt hinaus und sag: „Ich werde nicht gerichtet.“ Wenn der Teufel dich anschreit, sag ihm: „Du magst mich anklagen, aber ich werde nicht gerichtet.“ Und selbst wenn manchmal deine Sünden wachsen, sag du: „Ja, ich kenne euch, aber ihr seid für immer weggenommen; ich werde nicht gerichtet.“ Und wenn du schließlich im Sterben liegst, schließe deine Augen in Frieden.

Völlig freigesprochen, begnadigt, wirst du am Schluß erfunden, und der gewaltige Fluch der Sünde und alle Schuld wird weggetan sein, obwohl du nichts dafür getan hast . ich bitte dich, tu alles, was du kannst, für Christus – tu es aus Dankbarkeit. Aber selbst, wenn du alles getan hast, ruhe dich nicht darauf aus. Ruhe in dem stellvertretenden Opfer Jesu . Sei, was Christus in den Augen des Vaters war. Und wenn dich dein Gewissen anklagt, sag ihm, daß Christus all das für dich war, was du hättest sein sollen, daß er all deine Strafe erlitten hat. Sag ihm, daß dich nun weder Gnade noch Gerechtigkeit schlagen können, seit sich Gerechtigkeit und Gnade fest in die Hände gegeben haben, um den Menschen zu retten, der an den gekreuzigten Christus glaubt.
 

(Glaube nur - von C. H. Spurgeon)