default_mobilelogo

Das (d.h. der rettende Glaube) ist nicht eine Sache des Gefühls, wozu es so viele machen möchten. Es handelt sich lediglich um den Glauben an eine vollendete Tatsache, der durch die Macht des heiligen Geistes in der Seele eines Sünders gewirkt wurde. Dieser Glaube unterscheidet sich durchaus von einem bloßen Gefühl des Herzens der einer Zustimmung des Verstandes. Gefühl ist kein Glaube und die Zustimmung des Verstandes ist ebenfalls kein Glaube, wenn manche Menschen auch zu einer solchen Meinung neigen. Welch ein schrecklicher Irrtum ist das! Er  macht den Glauben zu einer rein menschlichen Sache, während er in Wirklichkeit ein Grundsatz Gottes ist. Er stellt ihn praktisch auf dieselbe Stufe mit dem Menschen, während er tatsächlich von Gott kommt.

 
Der Glaube ist auch nicht zeitgebunden. Er ist ein unvergänglicher Grundsatz, der seinen Ursprung in Gott selbst hat. Der Glaube erfasst die Wahrheit Gottes und bringt die Seele in seine Gegenwart. Gefühl und Empfindung können sich niemals über die Quelle erheben, aus der sie hervorkommen, und diese Quelle ist das Ich. Der Glaube dagegen hat es mit Gott und seinem ewigen Wort zu tun und ist ein lebendiges Band, das das Herz mit Gott verbindet, der ihn schenkt. Edle menschliche Gefühle können die Seele nicht mit Gott verbinden. Sie sind weder göttlich noch ewig, sondern menschlich und veränderlich. Sie gleichen dem Wunderbaum Jonas (Jona 3,6ff), der in einer Nacht aufschoss und in einer Nacht verdorrte. Das ist nicht das Wesen des Glaubens. Dieser Grundsatz (des Glaubens) hat teil an dem ganzen Wert, der ganzen Macht und Realität der Quelle, aus der er hervorkommt, sowie an dem Gegenstand mit dem er es zu tun hat. Er rechtfertigt die Seele (Röm. 5,1), reinigt das Herz (Apg. 15,9), wirkt durch die Liebe (Gal. 5,6), überwindet die Welt (1.Joh. 5,4).
 
Gefühle und Empfindungen können nie solche Ergebnisse erzielen. Sie gehören der Natur und der Erde an, während der Glaube Gott und dem Himmel angehört. Sie sind mit dem Ich beschäftigt, während der Glaube mit Christus beschäftigt ist. Sie schauen nach innen und nach unten, während der Glaube nach außen und aufwärts schaut. Sie lassen die Seele in Dunkelheit und Zweifel, während der Glaube sie zu Licht und Frieden leitet. Sie haben es mit ihrem eigenen veränderlichen Zustand zu tun, während es der Glaube mit der unveränderlichen Wahrheit Gottes und dem ewig gültigem Opfer Christi zu tun hat.
 
Ohne Zweifel wird der Glaube Gefühle und Empfindungen hervorrufen, und zwar durch den Geist gewirkte Gefühle und Empfindungen, aber die Früchte des Glaubens dürfen nicht mit dem Glauben selbst verwechselt werden. Ich bin weder gerechtfertigt durch Gefühle, noch durch Glauben und Gefühle, sondern einfach durch den Glauben. Und warum? Weil der Glaube Gott glaubt, wenn Er spricht. Er nimmt ihn beim Wort, er nimmt ihn so an, wie Er sich in der Person und dem Werk des Herrn Jesus Christus offenbart hat. Das ist Leben, Gerechtigkeit und Friede. Gott ergreifen wie Er ist, ist die Summe aller gegenwärtigen und ewigen Segnungen. Wenn die Seele Gott findet, so hat sie alles gefunden, was sie jemals bedarf, aber Gott kann nur erkannt werden durch seine eigene Offenbarung sowie durch den Glauben, den Er selbst schenkt, und der außerdem stets die Offenbarung Gottes als seinen eigentlichen Gegenstand sucht.
 
(aus "Die fünf Bücher Mose" - eine Bibelauslegung von C.H. Mackintosh, erschienen bei CLV)   

 
"Da wir nun aus Glauben gerechtfertigt sind, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir im Glauben auch Zugang erlangt haben zu der Gnade, in der wir stehen, und wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes." (Römer 5,1-2)
 
"Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme." (Epheser 2,8-9)