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Ein Auszug aus: "Die Lehre des Heils in Fragen und Antworten" dargelegt von H. F. Kohlbrügge (1803 -1875), Dr. theol., weiland Pastor der niederländ. reformierten Gemeine zu Elberfeld - zum 100. Geburtstag des Heimgegangenen als Manuskript gedruckt -

3. Abschnitt - Daß Gott Seine Verheißungen auch an mir erfüllt.

Frage 275. Woher weißt du, daß Gott solche Verheißungen auch an dir erfüllt?
Antwort: Aus der Heiligen Schrift und aus der Erfahrung.

Frage 276. Wie weißt du solches aus der Heiligen Schrift ?
Antwort: Ich lese in der Heiligen Schrift die Namen derjenigen, welchen Seine Verheißungen gelten.

Frage 277. Und was sind denn ihre Namen?
Antwort: Mensch, Sünder; und das eben ist mein Name.

Frage 278. Wo ist denn dein Name ausgeprägt?
Antwort: Erstens steht geschrieben: „Ihr nun, ihr Schafe, ihr Schafe Meiner Weide, ihr seid Menschen, Ich aber bin euer Gott!“ Sodann: „Das ist ein treues und aller Annehmung wertes Wort, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, Sünder selig zu machen, unter welchen ich ein vornehmster bin“. Hes. 34,31; 1. Tim. 1,15; (nach dem Hebräischen und Griechischen).

Frage 279. Und wie weißt du solches aus der Erfahrung?
Antwort: Daran, daß Gott bei mir in allen Mühsalen Sein Wort ganz treulich erfüllt, daß Er den Elenden herrlich hilft, auch mir durch Seine Verheißungen Ruhe gibt.

Frage 280. Welche Ruhe?
Antwort: Daß ich Ihn kenne als meinen Gott, der meinen Sünden gnädig ist und macht, daß ich Seinem Gesetze gemäß bin.

Frage 281. Woran erkennst du den Herrn als solchen?
Antwort: Daran, daß Er Sein Wort bei mir erfüllt: „Indem Ich Meine Gesetze in ihren Sinn gebe, will Ich sie auf ihr Herz schreiben, und ihrer Sünden und ihrer Ungesetzlichkeiten will Ich gar nicht mehr gedenken“. Jer. 31,33. 34; Hebr. 8,10. 12.

Frage 282. Kannst du denn ohne solche Kenntnis Gottes keine Ruhe haben?
Antwort: Nein; ich kann unmöglich Ruhe haben ohne ein gutes Gewissen zu Gott, und das kann nur dann bei mir sein, wenn ich weiß, daß ich dem Gesetze Gottes gemäß bin. Die Sünde hingegen wirkt Traurigkeit und Unruhe. Hebr. 10,22. – 1. Mo. 4,6.

Frage 283. Ist ein gutes Gewissen zu Gott durchaus erforderlich?
Antwort: Ja, denn wie würde ich Frieden mit Gott haben, wenn etwas Ungerechtes eine Scheidung zwischen mir und Gott machte?

Frage 284. Durch wen hast du Frieden mit Gott?
Antwort: Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Röm. 5,1.

Frage 285. Wann hast du Frieden mit Gott?
Antwort: Wenn ich glaube, daß ich vor Gott gerecht oder Seinem Gesetze gemäß bin.

Frage 286. Wie bist du vor Gott gerecht?
Antwort: Laut des Wortes: „Sein Geschöpf sind wir, geschaffen in Christus Jesus auf guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin sollten gewandelt haben. Eph. 2,10 (nach dem Griechischen).

Frage 287. Was ist das: „vor Gott gerecht sein“, oder „Seinem Gesetze gemäß sein“?
Antwort: Sich in dem Zustande befinden, daß Gesetz nicht wider uns ist. 1. Tim,1,9. – Gal. 5,23.

Frage 288. Wann ist das Gesetz nicht wider uns?
Antwort: Wenn die Frucht des Geistes bei uns ist. Gal. 5,18.

Frage 289. Was ist die Frucht des Geistes?
Antwort: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Mäßigung“. Gal. 5,22 (nach dem Griechischen).

Frage 290. Warum heißt sie „Frucht des Geistes“?
Antwort: Weil sie da ist, so wir an Geist wandeln. Gal. 5,16.25.

Frage 291. Was ist „an Geist wandeln“?
Antwort: Sich selbst verleugnen und Gottes Willen tun, ohne Rücksicht auf alles Sichtbare.

Frage 292. Was ist das Hauptstück des Willens Gottes?
Antwort: Daß wir glauben. 1. Joh. 3,23: „Und das ist Sein Gebot, daß wir glauben an den Namen Seines Sohnes Jesu Christi, und lieben uns unter einander, wie Er uns ein Gebot gegeben hat“.

Frage 293. Was ist Glaube?
Antwort: Daß ich mich unbedingt der Macht des Wortes unterwerfe, – komme ich um, so komme ich um! Wie denn geschrieben steht: „Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete Er ihm zur Gerechtigkeit.“ Esth. 4,16; 1. Mo. 15,6; Röm. 4,3.

Frage 294. Was ist demnach des Glaubens Hauptstück?
Antwort: Sich unbedingt der Gnade zu ergeben.

Frage 295. Warum sagst du „unbedingt“?
Antwort: Weil ich dabei nicht Rücksicht nehmen darf auf Werke, als ob ich mit diesen meine Sünde erst abzubüßen oder auszugleichen oder zu beseitigen hätte.

Frage 296. Was ist demnach „Gnade“?
Antwort: Die Gewogenheit Gottes zu dem Gottlosen, wonach Er ihn, allein auf Grund Seiner ewigen Liebe, in Christus Jesus zu Sich aufnimmt, und ihn für Zeit und Ewigkeit versieht mit allem dem, was in Seinen Augen recht und gut ist.

Frage 297. Wo steht das geschrieben?
Antwort: So schreibt der Apostel Paulus: „Denn es ist erschienen die Gnade Gottes, die heilbringende, allen Menschen, uns erziehend, daß wir mit Verleugnung der Gottlosigkeit und der weltlichen Begierden, bescheiden und gerecht und gottselig gelebt haben sollen in der Jetztzeit, abwartend die selige Hoffnung und Erscheinung unseres großen Gottes und Erretters Jesu Christi, der Sich selbst für uns gegeben hat, damit Er uns erlöset habe von aller Ungesetzlichkeit und Sich selbst gereinigt habe ein ausgezeichnetes Volk, guter Werke beflissen.“ Tit. 2,11―14 (nach dem Griechischen).

Frage 298. Werden alle Menschen dieser Gnade teilhaftig?
Antwort: Nein, sondern allein diejenigen, die sich dem ewigen Vorsatz, nach welchem Gott Sich zur Seligkeit erwählt, von Herzen unterwerfen.

Frage 299. Wie lautet Gottes Vorsatz?
Antwort: „Der Größere soll dem Kleineren dienen“, und: „Gnädig werde Ich sein jedwedem, dem Ich gnädig bin.“ 1. Mo. 25,23; Röm. 9,12; 2. Mo. 33,19; Röm. 9,15.

Frage 300. Was will das sagen: „Der Größere soll dem Kleineren dienen“?
Antwort: Daß, gleichwie Gott, welcher der Allergrößeste ist, nach solchem Gesetz regiert, daß Er dem Geringsten Seiner Geschöpfe treulich nachgeht, hilft und dient, wir auch so von Herzen uns nach diesem Gesetz benehmen sollen, dem Schwachen und für nichts Geachteten zu dienen in der Liebe Christi, bei aller Anerkennung, daß unser Heil und unsere Seligkeit lediglich von Gott abhängt.

Frage 301. Was will das sagen: „Gnädig werde Ich sein jedwedem, dem Ich gnädig bin“?
Antwort: Ich will mit Meiner Gnade unabhängig bleiben, so daß, wenn ein Mensch Gnade will, er auch anzuerkennen hat, daß es Gnade ist. Er komme also nicht mit Selbstanmaßung, als sei Ich ihm etwas schuldig, noch mit Werk, als könne er es Mir vergelten.

Frage 302. Wie heißen diejenigen in der Schrift, die sich solchem Vorsatz unterwerfen?
Antwort: Auserwählte Gottes.

Frage 303. Welche erwählt Sich Gott?
Antwort: Wie geschrieben steht: „Was töricht ist vor der Welt, was schwach ist vor der Welt, das Unedle vor der Welt, was verachtet ist und was da nichts ist“. 1. Kor. 1,27. 28.

Frage 304. Kann denn alles Übrige nicht selig werden?
Antwort: Durchaus nicht; sondern, was vor der Welt weise, stark und edel ist, was überhaupt etwas ist, wird dazu gesetzt, daß es falle, wenn es nicht diesen Ruhm ablegen will und anerkennen, daß seine Seligkeit nicht von seinem Willen, sondern lediglich von Gottes freier Macht abhängt.

Frage 305. Wie kann einer wissen, ob er erwählt ist?
Antwort: Nur daran, daß das Evangelium zu ihm gekommen ist, nicht allein in Wort, sondern auch in Macht und im Heiligen Geiste, und in völliger Gewißheit, so daß er sich von Herzen zu Gott bekehrt hat. 1. Thess. 1,4. 5.

Frage 306. Was ist das: „sich bekehren“?
Antwort: Sich zu Gott wenden mit Anerkennung seiner Sünde, und sich dem Worte von Gnade und Sündenerlaß gänzlich ergeben mit völligem Vorhaben des Herzens, bei der Gnade zu beharren.

Frage 307. Was findet sich bei dem, der sich zu Gott bekehrt?
Antwort: Traurigkeit nach Gott und ein sehnsüchtiges Verlangen nach dem, was Gerechtigkeit vor Gott ist. 2. Kor. 7,10; Jak. 4,9; Mt. 5,6.

Frage 308. Wovon soll man sich bekehren?
Antwort: Von aller Anmaßung gegenüber Gott, als ob man etwas sei oder etwas gelte, und überhaupt von aller Ungerechtigkeit, wie denn geschrieben steht: „Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt Er Gnade“, und: „Wisset ihr nicht, daß Ungerechte werden das Reich Gottes nicht ererben? Irret nicht; weder die Hurer, noch die Abgöttischen, noch die Ehebrecher, noch die Selbstbefleckung treiben, noch die Knabenschänder, noch die Diebe, noch die Geizigen, noch die Trunkenbolde, noch die Lästerer, noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben“. 1.Petr. 5,5; 1. Kor. 6,9. 10 (nach dem Griechischen).

Frage 309. Macht denn die Bekehrung rein von Ungerechtigkeit?
Antwort: Nein; welche sich aber zu Gott kehren um Gnade, auch trotz allem Widerspiel sich an dieser Gnade festgeklammert halten, die erfahren die Wahrheit des Wortes: „Ihr seid abgewaschen, ihr seid geheiliget, ihr seid gerecht gemacht in dem Namen des Herrn Jesu und in dem Geist unseres Gottes“. 1. Kor. 6,11.

Frage 310. Was sind die Früchte der Bekehrung?
Antwort: Herzliche Demut vor Gott, oder Anerkennung, daß man nichts ist; aufrichtige Wertschätzung aller Gebote Gottes, und ein Herz, das zu diesen Geboten geneigt ist; ungefärbter Glaube an Gottes Gnade und Erbarmung in Christus Jesus und ungeheuchelte Hingebung seiner selbst für das Heil des Nächsten.

Frage 311. Wer wirkt die Bekehrung?
Antwort: Der Herr, indem Er das Herz öffnet, daß man acht hat auf Sein Wort. Apg. 16,14.

Frage 312. Wie kann einer wissen, ob er bekehrt ist?
Antwort: Ein Mensch soll nicht nach sich selbst fragen, was er ist oder nicht ist, sondern sich immerfort von allem verkehrten Wesen bekehren und lediglich nach Gott fragen, der an Menschen ein Wohlgefallen hat.

Frage 313. Wie wird der Zustand, aus welchem man sich zu bekehren hat, auch sonst in der Schrift genannt, und in derselben als etwas, das man abgelegt hat, vorgehalten?
Antwort: Der alte Mensch. Eph. 4,22: „Daß ihr von euch abgelegt habt nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet.“ Kol. 3,9b: Habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen. (Nach dem Griechischen.)

Frage 314. Wie verstehst du, was die Schrift sagt, daß wir den alten Menschen abgelegt und den neuen angezogen haben?
Antwort: Daß wir abgelegt haben die feindliche Gesinnung gegen Gottes Gnade, Wege und Werke, aus welcher Gesinnung sonst alle Werke des Fleisches hervorgehen; daß wir dagegen Christus mit allen Seinen Wohltaten am Glauben angenommen haben.

Frage 315. Wie verhält sich derjenige, der an Christus glaubt, zu dieser Wahrheit?
Antwort: Er hält es dafür, daß er den alten Menschen abgelegt und den neuen angezogen hat.

Frage 316. Wann hat dies eigentlich stattgefunden?
Antwort: In Christi Kreuzigung und Auferstehung, worin Er alles Gott wiedergebracht, alles wiederhergestellt hat, was, nachdem wir von Gott abgefallen sind, durch unsere Schuld verdorben war.

Frage 317. Wann wird ein Mensch der Frucht dieses Werkes teilhaftig?
Antwort: Obschon das Heil Christi für uns vorhanden ist, so tritt dennoch in unserem Leben ein gewisser Zeitpunkt ein, wo wir am Geiste des Glaubens in dieses Heil hinübergesetzt werden und von dem Tode ins Leben übergehen. Das ist die völlige Umgestaltung eines Menschen, welche ihn zufrieden macht mit der Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, eine Umgestaltung, welche auch Wiedergeburt heißt. Röm. 13,11: Und weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir es glaubten. Kol. 1,6: (Das Wort der Wahrheit im Evangelium), das zu euch gekommen ist, wie auch in alle Welt, und ist fruchtbar, wie auch in euch, von dem Tage an, da ihr es gehöret habt und erkannt die Gnade Gottes in der Wahrheit. Eph. 5,8: Denn ihr waret weiland Finsternis, nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Eph. 2,13: Nun aber, die ihr in Christus Jesus seid, und weiland ferne gewesen, seid nun nahe geworden durch das Blut Christi.

Frage 318. Wer wirkt diese Wiedergeburt?
Antwort: Gott, durch Mitteilung des Geistes Christi. 1. Petr. 1,3: Gelobet sei Gott und der Vater unseres Herrn Jesu Christi, der uns nach Seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Eph. 1,13: Durch welchen (Christus) auch ihr gehöret habt das Wort der Wahrheit, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit; durch welchen ihr auch, da ihr glaubtet, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geist der Verheißung.

Frage 319. Was ist das Mittel, dessen Gott Sich dazu bedient?
Antwort: Das Wort Seiner Gnade, welchem ich glauben darf eben dann, wenn ich keinen Boden mehr finde unter meinen Füßen, auch kein Leben mehr in eigener Hand habe, und mir der Himmel oben verschlossen ist; wie denn geschrieben steht: „Du bist umsonst verkauft, du sollst auch umsonst erlöst sein“. Jes. 52,3.

Frage 320. Was ist das Kennzeichen deiner Wiedergeburt?
Antwort: Daß ich meinen Gott fürchte, meinen Nächsten ehre und liebe, auch mich meiner Wiedergeburt nicht tröste, sondern der ewigen Treue und Erbarmung Gottes.

Frage 321. Was ist der Geist Christi?
Antwort: Der Heilige Geist, welchen Christus für uns erworben, welchen der Vater Ihm auch verheißen, nachdem Er das Werk Gottes auf Erden würde vollbracht haben, das Er gekommen war zu tun. Joh. 15,26: Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, Der wird zeugen von Mir. Apg. 1,4: Und als Er sie versammelt hatte, befahl Er ihnen, daß sie nicht von Jerusalem wichen, sondern warteten auf die Verheißung des Vaters, welche ihr habt gehöret, (sprach Er), von Mir.

Frage 322. Wie verstehst du, daß Christus für uns den Heiligen Geist erworben hat?
Antwort: Da Gott Geist ist, konnte Er Sich mit uns, da wir Fleisch waren, nicht befassen; unserer Verdrehtheit wegen mußte Sein Zorn auf uns lasten. Als aber Christus es auf Sich genommen, eine ewige Gerechtigkeit darzubringen und uns in Sich in solche Gerechtigkeit aufzunehmen, da ruhte das ganze Wohlgefallen Gottes auf Christus, und es kam auf Ihn der Heilige Geist, um das Werk Gottes für uns zu vollbringen; so erwarb Er es Sich, aus der Fülle der Liebe des Vaters, diesen Geist auf uns herabzusenden. Joh. 1,32: Und Johannes zeugte und sprach: Ich sah, daß der Geist herabfuhr wie eine Taube vom Himmel und blieb auf Ihm. Jes. 61,1: Der Geist des Herrn Herrn ist über Mir, darum hat Mich der Herr gesalbet. Er hat Mich gesandt, den Elenden zu predigen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu predigen den Gefangenen eine Erledigung, den Gebundenen eine Öffnung. Joh. 15,26.

Frage 323. Warum heißt Er „Geist“?
Antwort: Weil Er uns eingehaucht wird als Band der Bereinigung zwischen Gott, der Geist ist, und uns, die wir Fleisch sind. Joh. 20,22: Und da Er das sagte, blies Er sie an und spricht zu ihnen: Nehmet hin den Heiligen Geist.

Frage 324. Warum heißt Er „Heiliger Geist“?
Antwort: Weil Er gegen alles Fleisch die Herrlichkeit bei uns behauptet, welche unser Herr Jesus Christus von dem Vater auf uns gelegt hat.

Frage 325. Ist der Heilige Geist eine Eigenschaft in Gott? eine Macht Gottes? Oder hat Er ein persönliches Bestehen, das verschieden ist von dem Vater und dem Sohne?
Antwort: Der Heilige Geist hat ein persönliches Bestehen, verschieden von dem Vater und dem Sohne. Der Heilige Geist ist Gott. So sprach unser Herr Jesus Christus: „Ich will den Vater bitten, und Er soll euch einen andern Tröster geben, daß Er bei euch bleibe ewiglich. Ihr kennet Ihn, denn Er bleibt bei euch und wird in euch sein“. „Der Tröster, der Heilige Geist, welchen Mein Vater senden wird in Meinem Namen, Derselbe wird es euch alles lehren“. Joh. 14,16.17.26. Vergleiche Jes. 6 mit Joh. 12,41: „Solches sagte Jesaja, da er Seine Herrlichkeit sahe und redete von Ihm“.

Und Apg. 28,25.26: „Da sie aber unter einander mißhellig waren, gingen sie weg, als Paulus ein Wort redete, daß wohl der Heilige Geist gesagt hat durch den Propheten Jesaja zu unsern Vätern und gesprochen: „Gehe hin zu diesem Volk und sprich: Mit den Ohren werdet ihr es hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr es sehen und nicht erkennen“. 1. Kor. 2,10-12: Uns aber hat es Gott geoffenbaret durch Seinen Geist. Denn der Geist erforschet alle Dinge, auch die Tiefen der Gottheit. Denn welcher Mensch weiß, was im Menschen ist, ohne der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also auch weiß niemand, was in Gott ist, ohne der Geist Gottes. Wir aber haben nicht empfangen den Geist derWelt, sondern den Geist aus Gott, daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist.

1. Kor. 12,4.11: Es sind mancherlei Gaben, aber es ist Ein Geist. Dies aber alles wirket derselbige einige Geist und teilt einem jeglichen seines zu, nach dem Er will. Gal. 4,6: Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist Seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Röm. 8,26.27: Desselben gleichen auch der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste, mit unaussprechlichem Seufzen. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei, denn Er vertritt die Heiligen nach dem, das Gott gefällt.

Röm. 8,16: Derselbe Geist gibt Zeugnis unserem Geist, daß wir Gottes Kinder sind. 1. Kor. 12,3: Darum tue ich euch kund, daß niemand Jesus verfluchet, der durch den Geist Gottes redet; und niemand kann Jesus einen Herrn heißen, ohne durch den Heiligen Geist. Eph. 4,30: Und betrübet nicht den Heiligen Geist Gottes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Apg. 5,3.4: Petrus aber sprach: Anania, warum hat der Satan dein Herz erfüllet, daß du dem Heiligen Geist lögest und entwendetest etwas vom Gelde des Ackers? Hättest du ihn doch wohl mögen behalten, da du ihn hattest; und da er verkauft war, war es auch in deiner Gewalt. Warum hast du denn solches in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott gelogen.

Offb. 1,4: Johannes den sieben Gemeinen in Asien: Gnade sei mit euch und Friede von Dem, der da ist, und der da war, und der da kommt, und von den sieben Geistern, die da sind vor Seinem Stuhl. 1. Mo. 1,2: Und die Erde war wüste und leer, und es war finster auf der Tiefe; und der Geist Gottes schwebete auf dem Wasser.

Frage 326. Wozu sendet Christus den Heiligen Geist?
Antwort: Für die Welt und für Seine Gemeine.

Frage 327. Wozu für die Welt?
Antwort: Um die Welt zu überführen, daß all' ihr Gottesdienst ein eitles Ding ist, und daß sie der Sünde vergeblich dient; sodann, daß die Welt wisse, was Gerechtigkeit ist, auf daß sie sich selbst ihrer Ungerechtigkeit wegen strafe; drittens: damit die Welt selbst gestehe, daß sie nichts davon hat, daß sie dem Teufel dient; viertens, um aus der Welt etliche für Seine Gemeine zu sammeln. Joh. 16,8-11: Und wenn Derselbe (der Tröster) kommt, Der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, daß sie nicht glauben an Mich; um die Gerechtigkeit aber, daß Ich zum Vater gehe, und ihr Mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, daß der Fürst dieser Welt gerichtet ist.

Frage 328. Welche werden hier „Welt“ genannt?
Antwort: Alle, welche nicht Gott über alles und ihren Nächsten als sich selbst lieben.

Frage 329. Wozu sendet Gott Seinen Geist für Seine Gemeine?
Antwort: Um in der Gemeine den Vater und den Sohn zu offenbaren durch das Wort, in ihr zu regieren mit Seiner Gnade, sie zu trösten mit Seiner Gemeinschaft und bei ihr als Anwalt zu bleiben bis an der Welt Ende mit Seiner Wahrheit; endlich, um sie zu bewahren vor der Welt und vor allem Rückfall. Eph. 1,17: Daß der Gott unseres Herrn Jesu Christi, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und der Offenbarung, zu Seiner selbst Erkenntnis. Gal. 4,6: Weil ihr denn Kinder seid, hat Gott gesandt den Geist Seines Sohnes in eure Herzen, der schreiet: Abba, lieber Vater! Joh. 16,14: Derselbe wird Mich verklären, denn von dem Meinen wird Er es nehmen und euch verkündigen.

(Quelle: http://licht-und-recht.de)