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Von Charles Haddon Spurgeon

"Erzürne dich nicht über die Bösen, und ereifere dich nicht über die Übeltäter! Denn sie werden schnell verdorren wie das Gras und verwelken wie das grüne Kraut. Vertraue auf den HERRN und tue Gutes, wohne im Land und übe Treue; und habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt!

Befiehl dem HERRN deinen Weg, und vertraue auf ihn, so wird er es vollbringen. Ja, er wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den hellen Mittag. Halte still dem HERRN und warte auf ihn! Erzürne dich nicht über den, dessen Weg gelingt, über den Mann, der Arglist übt.

Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; erzürne dich nicht! Es entsteht nur Böses daraus."  (Psalm 37,1-8; Von David.)

Es kommt leider allzu oft vor, dass Gläubige in Stunden der Anfechtung sich grob behandelt vorkommen, wenn sie sehen, dass Menschen, die allen Glaubens und jeder Redlichkeit entblößt sind, sich reichlichen Wohlstands erfreuen. Sich darüber aufzuregen, bringt Kummer, lässt das Herz brennen, macht es dunkel und verwirrt. Von Natur aus neigen wir dazu, das Feuer des Neids anzufachen, wenn wir sehen, wie Gesetzesbrecher hoch zu Ross reiten, während gehorsame Untertanen durch den Schlamm waten.

Nur in der Schule der Gnade lernt man die Lektion, diese widersprüchlichen Führungen mit der ergebenen Gelassenheit eines Menschen zu betrachten, der sich sicher ist, dass der Herr gerecht ist in allen Seinen Werken. Der Glaube heilt den Verdruss.

Unsere natürlichen Augen schielen und sehen die Dinge nur wie sie erscheinen, daher kommt der Neid. Der Glaube hat einen klareren Durchblick und sieht, wie alles wirklich ist, daher kommt der Frieden. Wahrer Glaube übt aktiven Gehorsam aus. Das Gute zu wirken, ist eine prächtige Befreiung vom Gram. In heiligem Tun liegt eine Freude, die den Rost der Unzufriedenheit entfernt.

Der, dem zunächst angeordnet wurde, sich nicht zu entrüsten, bekommt als Nächstes den Befehl, aktiv zu vertrauen, und dann wird ihm gesagt, er solle seine heilige Lust an dem HERRN haben. Lass Gott deine Freude und den Jubel deines Geistes sein! Böse Menschen vergnügen sich an fleischlichen Dingen; beneide sie nicht, wenn ihnen gestattet wird, ihr Genüge an solchen leeren Götzen zu finden; blicke auf deine besseren Freuden und nähre dich bis zur Sättigung an deinem besseren Teil.

In gewisser Weise solltest du die Gottlosen nachahmen; sie haben Freude an ihrem Teil – sieh zu, dass du dich an dem deinen freust. Dann wirst du – weit davon entfernt, sie zu beneiden – Mitleid mit ihnen haben. Es bleibt kein Raum für Ärger, wenn wir daran denken, dass Gott unser ist, stattdessen liegt darin jede nur denkbare intensive, geheiligte Freude der erhabensten und beseligendsten Art. Jeder Name, jede Eigenschaft, jedes Wort, jede Tat des HERRN sollte uns Freude bereiten, und wenn wir darüber nachsinnen, sollten wir darüber so froh werden wie der Epikuräer, der herrliche Speisen zu sich nimmt und diese Köstlichkeiten auch zu schätzen weiß.

Was unser persönliches Ansehen betrifft, sollte es besonders darum gehen, zufrieden zu sein, wenn wir in Ruhe leben können, und unsere Rechtfertigung sollten wir dem Richter der ganzen Erde überlassen. Je mehr wir uns in solchen Dingen entrüsten, umso schlimmer ist es für uns. Unsere Stärke liegt im Stillesein. Der Herr wird dem Verleumdeten sein Recht zusprechen. Achten wir auf Seine Ehre, wird Er sich um die unsere kümmern.
 
Den Geist zu beruhigen, still vor dem HERRN zu sein, in heiliger Geduld auf die Zeit zu warten, wenn alle schwer verständlichen Führungen aufgeklärt sind – das ist es, wonach jedes begnadete Herz streben sollte. Eine schweigende Zunge zeigt nicht nur in vielen Fällen einen klugen Kopf, sondern auch ein geheiligtes Herz. Zeit zählt bei Ihm nicht, so sollte es auch bei dir sein. Gott ist es wert, dass man auf Ihn wartet.
 
Entrüstung liegt auf der Schwelle zu großer Sünde. Viele, die sich eine murrende Haltung erlaubten, gerieten am Ende in Sünden, indem sie ihre eingebildeten Rechte erstreiten wollten. Anstatt andere zu kritisieren, pass auf, dass du auf dem rechten Weg bist; und wie du dich vor nach außen sichtbaren Sünden in Acht nimmst, fürchte dich vor innerlicher Nörgelei.
 
Zum Nachdenken: Die Wünsche Gottes und die Wünsche der Gerechten stimmen überein. Ihre Wünsche entstammen der gleichen Gesinnung. (John Bunyan)
 
(Aus "Besser als Gold - Tägliche Andachten mit den Psalmen" von C.H.Spurgeon, erschienen bei CLV)
 

"Die Treue und Zuverlässigkeit Gottes sind die Grundlagen und der Eckstein für unsere Hoffnung auf Bewahrung bis zum Ende."
"Glauben heißt vertrauen, ganz auf die Person, das Werk, das Verdienst und die Macht des Sohnes Gottes vertrauen."
(C.H.Spurgeon)

 

"Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind. Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.

Die er aber vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht." (Römer 8,28-30)