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Aus: Hermann Friedrich Kohlbrügge "Gottes Bund mit Abram" - gehalten am 11. Oktober 1846

Gott zeigt sich bei denen, die auf seiner Wahrheit bestehen, immerdar als den alten treuen Gott. So sprach Gott zu Abram: „Ich bin der Herr, der dich von Ur aus Chaldäa geführt hat“. Das war doch wohl dasselbe als wenn er gesagt hätte: Ich habe dich lebendig gemacht, da du tot warst in deinen Sünden und Übertretungen; ich habe dich herumgeholt aus der Macht des Satans zu mir.

Da du auf dem Wege des Teufelsdienstes dem Verderben entgegen eiltest, habe ich dich gekannt, ich war hinter dir her, ich habe dich bei deinem Namen gerufen, daß du mein sein solltest, mir zu dienen dein Lebenlang. Noch bin ich derselbige; wie ich dich geliebt habe, so habe ich dich je und je geliebt, und will es machen um meines Namens willen, daß du herrlich sein wirst und ererbest, was ich dir verheißen.

Es war dieses: „Ich bin der Herr, der ich dich von Ur aus Chaldäa geführt habe“ ein eigener Zuspruch Gottes zu Abram. Da Abram nicht begreifen konnte, wie je von seinem erstorbenen Leibe noch ein Same kommen konnte, führte Gott ihn in feierlicher Abendstille aus seinem Zelt ins Freie, und hieß ihn die Sterne zählen. Das verstand Abram.

Er hatte nicht mal Kraft, den millionsten Teil dieser Sternenzahl ins Auge zu fassen. Von seinem erstorbenen Leibe konnte freilich, so meinte er, kein Sohn mehr kommen, – aber die Sterne zählen, nein, das konnte er noch viel weniger; und Gott, der ihm die Verheißung des Sohnes gegeben, Gott hatte alle diese Sterne gemacht; – wie! – gemacht?

In einem Nu, in seinem Worte hatte er sie hervorgerufen alle die Sterne, und sie standen da! Da brach nun Abram zusammen ob der Liebe, der Geduld, der Gnade und der Macht Gottes. Der große, mächtige Gott hatte in seiner Erbarmung, (wie er denn eingedenk ist, daß wir Staub sind) ihn nicht zu Boden geschlagen ihn nicht im Unmut über seinen Unglauben vernichtet, ihn nicht zur Hölle verdammt.

Obschon Abram gegen Gottes Gnade gleichsam protestierte und meinte, das könne ihm nicht mehr zu Teil werden, es sei in ihm doch gar nichts mehr, hatte Gott dennoch es nicht mit ihm gemacht nach seinen Sünden, noch ihm vergolten nach seinen Übertretungen, sondern ihm diese Belehrung gegeben: daß, obgleich es bei ihm ein Garaus war, dennoch Gott der Allmächtige, was er gesagt, bei ihm wohl darstellen könnte, auch darstellen wollte und auch würde, in einer Unzahl, wie die Zahl der Sterne.

Als demnach Abram das Wort des Herrn vernahm in seinem Innern: „Siehe gen Himmel und zähle die Sterne, kannst du sie zählen?“ da ist es ihm wie ein Licht der Gnade durch die Seele gefahren: Großer Gott, was für ein Gott bist du doch! Nein, du zerschmetterst mich nicht meiner Sünde wegen; du überschüttest mich mit deiner Gnade; du hast mich überredet mit solcher Macht deiner Gnade und Herrlichkeit, und ich bin überredet worden. – Und als nun der Herr hinzufügte: „Also wird dein Same sein“, da hat er dazu gedacht: So sei es denn: nichts aus mir, alles aus dir, ja Amen, wo ist ein solcher Gott wie du!

Das heißt nun: Abram glaubte dem Herrn; und daß Abram endlich eingestand, daß alles an der Macht Seiner Gnade und Herrlichkeit hange, daran hat der Herr ein solches Wohlgefallen gehabt, daß er von da an den Abram betrachtet als Einen, der nie Sünde getan oder gehabt, und ihn für seinen heiligen und gerechten Mitgenossen hält. Da hält nun der Herr eine sonderliche Anrede an ihn: „Weißt du nun wohl, welchen Gott du an mir hast?

Ich bin derselbige alte treue Gott, der dich aus dem Dienst der toten Götzen und der toten Werke gerettet hat. Meintest du, daß ich das Werk meiner Hände würde fahren lassen, oder es nur zur Hälfte bringen; meintest du, daß ich dich aus deinem Lande rufen, und dir dieses Land nicht zu besitzen geben würde? Sollte Gott etwas reden und nicht tun? Sollte er zum Erbe rufen, und das Erbe nicht erteilen?“

„Ich bin der Herr, der dich von Ur aus Chaldäa geführet hat, daß ich dir dieses Land zu besitzen gebe“.

Das lautet nun eben so, wie wir bei Johannes in seinem Sendbrief lesen: „Liebe Kindlein, ich schreibe euch, daß euch die Sünden vergeben worden sind um seines Namens willen; ich schreibe euch Vätern, denn ihr habt ihn gekannt, der von Anfang ist“.


"Gleichwie Abraham Gott geglaubt hat und es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, so erkennt auch: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Kinder. Da es nun die Schrift voraussah, dass Gott die Heiden aus Glauben rechtfertigen würde, hat sie dem Abraham im voraus das Evangelium verkündigt: »In dir sollen alle Völker gesegnet werden«. So werden nun die, welche aus Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham."
 
"Das Gesetz aber ist nicht aus Glauben, sondern: »Der Mensch, der diese Dinge tut, wird durch sie leben«. Christus hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, indem er ein Fluch wurde um unsertwillen (denn es steht geschrieben: »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«, damit der Segen Abrahams zu den Heiden komme in Christus Jesus, damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war."  
 
"Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht: »und den Samen«, als von vielen, sondern als von einem: »und deinem Samen«, und dieser ist Christus."

"Wozu nun das Gesetz? Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.

Ein Mittler aber ist nicht [Mittler] von einem; Gott aber ist einer. Ist nun das Gesetz gegen die Verheißungen Gottes? Das sei ferne! Denn wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, so käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.

Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung aufgrund des Glaubens an Jesus Christus denen gegeben würde, die glauben." 

"Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte. So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.
 
Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister; Denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus; denn ihr alle, die ihr in Christus hinein getauft seid, ihr habt Christus angezogen.
 
Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau; denn ihr seid alle einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben." (aus dem Galaterbrief Kapitel 3)
 
"Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist; auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und [seine] Beschneidung [geschieht] am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott." (Römer 2,28-29)
 
"Nicht aber, dass das Wort Gottes nun hinfällig wäre! Denn nicht alle, die von Israel abstammen, sind Israel; auch sind nicht alle, weil sie Abrahams Same sind, Kinder, sondern »in Isaak soll dir ein Same berufen werden«. Das heißt: Nicht die Kinder des Fleisches sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Same gerechnet. Denn das ist ein Wort der Verheißung: »Um diese Zeit will ich kommen, und Sarah soll einen Sohn haben«.

Und nicht allein dies, sondern auch, als Rebekka von ein und demselben, von unserem Vater Isaak, schwanger war, als [die Kinder] noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten — damit der gemäß der Auserwählung gefasste Vorsatz Gottes bestehen bleibe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden —, wurde zu ihr gesagt: »Der Ältere wird dem Jüngeren dienen«; wie auch geschrieben steht: »Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehasst«." (Römer 9,6-13)

"Doch Gott ist treu, so dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein gewesen ist! Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der durch uns unter euch verkündigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern in ihm ist das Ja geschehen.

Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt — in ihm ist das Ja, und in ihm auch das Amen, Gott zum Lob durch uns! Gott aber, der uns zusammen mit euch in Christus fest gegründet und uns gesalbt hat, er hat uns auch versiegelt und das Unterpfand des Geistes in unsere Herzen gegeben." (2. Korinther 1,18-22)

"Darum ist er auch der Mittler eines neuen Bundes, damit — da sein Tod geschehen ist zur Erlösung von den unter dem ersten Bund begangenen Übertretungen — die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen." (Hebräer 9,15)