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Oft schon habe ich den Spruch „Der erste Eindruck zählt.“ gehört. So spielt z.B. bei einem Vorstellungsgespräch der erste Eindruck eine äußerst wichtige Rolle. Stell dir vor, deinem zukünftigen Chef gefällt dein äußeres Erscheinungsbild nicht, dann hast du schon fast verloren bevor du überhaupt etwas sagen konntest.

Selber macht man es aber auch nicht besser. Wie schnell haben wir uns eine Meinung über eine Person gebildet und stecken diese in eine gewisse Schublade. Wir beurteilen häufig unsere Mitmenschen zuerst nach ihrem Äußeren. Weil uns das so „leicht“ fällt, wollen wir das am Beispiel von vier Personengruppen tun. Dabei soll es weniger um das Äußere dieser Personen gehen sonder viel mehr um das Innere, den Lebensinhalt dieser Personen. Eins sollte uns dabei  klar werden, einen Menschen nur nach seinem Äußeren zu beurteilen ist falsch. Wir sollten übrigens immer vorsichtig mit unserer Meinungsbildung sein, da unser Urteilsvermögen doch häufig sehr zu wünschen übrig lässt. Helfen kann uns dabei das Bibelwort aus Matthäus 7,3
 
„Was aber siehst du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, den Balken aber in deinem Auge nimmst du nicht wahr?“ 
 
Ja, andere zu tadeln das ist nicht schwer, sich selbst dagegen sehr. Zwei der vier Personengruppen wollen wir uns genauer ansehen. In einer dieser beiden Gruppen werden wir uns sicher wiederfinden. Ziel soll es sein, einmal mehr über mein Leben, und die Quelle unseres Lebensinhaltes nachzudenken. Wir wollen also nicht andere beurteilen, sondern wir wollen uns selber einschätzen und über uns nachdenken. Das Beurteilen sollten wir getrost Gott überlassen der uns ja am besten in- und auswendig kennt.
 

 Die vier (ausgewählten) Personengruppen:

 

1. Der ungläubige Ottonormalverbraucher

-          normales Aussehen, kaum auffällig

-          hat einen festen Standpunkt

-          ist von gewissen Dingen fest überzeugt

-          Neuem steht er skeptisch und teilweise ablehnend gegenüber

-          sein Äußeres gibt kaum Aufschluss über seinen Lebensinhalt

-          man kann aber davon ausgehen, dass der Lebensinhalt

verunreinigt, schmutzig und mit Sicherheit ungenießbar ist

 

2. Der Weltmensch

-          gutes Aussehen, tolle Figur, schrill und auffallend, modisch, gut gestylt

-          könnte ein Filmstar, ein Musiker, ein Modell sein oder aber ein Politiker

-          offen für alles mögliche, ein Trendsetter, findet alles gut was in ist

-          alles probieren, alles mitmachen, ja nichts verpassen

-          das Äußere Erscheinungsbild ist gepflegt, ordentlich und sauber,

gibt aber keinen Aufschluss über den Inhalt

-          der Inhalt dürfte aber auch nicht so toll sein

-          oftmals nur eine schöne Fassade

 

3. Der religiöse Mensch (aber auch der „Scheinchrist“)

-          gutes Aussehen, gepflegtes Äußeres, positiver erster Eindruck

-          der Inhalt scheint gut erkennbar zu sein, sauber und klar

-          spritzig, voller Lebensfreude, eine angenehme Person

-          hat einen „guten“ Standpunkt, seine Religiösität steht im gut

-          engagiert sich für seine Mitmenschen und die Umwelt

 

Das Äußere und der Inhalt des religiösen Menschen scheinen ja ganz gut und annehmbar zu sein. Es gibt natürlich auch viele Menschen, die nicht religiös sind und auch in dieses Schema passen. Heutzutage kommt es leider auch häufig vor, das Menschen uns nur etwas vormachen. Alles was sie uns sagen, hört sich gut und fantastisch an, doch schaut man genauer hin, stellt man schnell fest, das es nur eine tolle Fassade ist. Auch in der Bibel gibt es solche Beispiele.

„Dann redete Jesus zu den Volksmengen und zu seinen Jüngern und sprach: Auf Moses Lehrstuhl haben sich die Schriftgelehrten und die Pharisäer gesetzt.Alles nun, was sie euch sagen, tut und haltet; aber handelt nicht nach ihren Werken! Denn sie sagen es und tun es nicht. Sie binden aber schwere und schwer zu tragende Lasten zusammen und legen sie auf die Schultern der Menschen, sie selbst aber wollen sie nicht mit ihrem Finger bewegen. Alle ihre Werke aber tun sie, um sich vor den Menschen sehen zu lassen; denn sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten groß. Sie lieben aber den ersten Platz bei den Gastmählern und die ersten Sitze in den Synagogen und die Begrüßungen auf den Märkten und von den Menschen Rabbi genannt zu werden.“ (Mat. 23, 1-7 )
 
Solchen Menschen (Scheinchristen) geht es um ihre Anerkennung. Sie geben etwas vor zu sein, was sie aber nicht sind. Sie möchten gern mit menschlichen Titeln geehrte werden. Sie stehen gern an erster Stelle. Wenn sie bewundert und verehrt werden gefällt ihnen das. Sie denken, das sie durch ihr vermeintliches Wissen und ihre Religiösität etwas besseres sind. Vor einer solche Einstellung warnt uns die Bibel …

 „Wer sich aber selbst erhöhen wird, wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, wird erhöht werden.“ (Mat. 23, 12)

Die Bibel gibt uns aber auch gleich noch einen guten Tipp, wie ich solches Tun und Reden vermeiden kann …

 „Bist du töricht gewesen und stolz, oder hast du böse Pläne gemacht, so lege die Hand auf den Mund!“ (Spr. 30, 32)

Wenn es also mal wieder soweit ist, einfach den Mund halten. Und ist es nicht auch viel schöner wenn wir von anderen gelobt werden ohne das wir großartig von unseren Taten berichten oder dafür sorgen das sie bekannt werden …

„Es rühme dich ein anderer und nicht dein eigener Mund, ein Fremder und nicht deine Lippen!“ (Spr. 27, 2)

Doch es gibt auch andere Formen des „Scheinchristseins“, die nicht so offensichtlich sind. Denken wir da z.B. an den regelmäßigen Besuch der Gemeinde- und Bibelstunden, an Pünktlichkeit und angemessener Bekleidung, an die tägliche Fürbitte im Gebet, an unsere Stile Zeit oder das Lesen in der Bibel. Sind das Dinge, die mir wirklich wichtig sind?

Eine weitere Form des „Scheinchristseins“ erleben wir auch in den Medien. So z.B. der „Welt Jugendtag in Köln 2005“ Ein Reporter fragt einen jungen Katholiken zum Thema „Die 10 Gebote“ ob er denn schon ein Mal geklaut habe, lachend antwortete der junge Mann, ja gerade eben, diese Fahne die ich hier bei mir trage .... oder .... in einem Fernsehbericht sieht man wie die Massen dem Papst zujubeln und plötzlich sieht man einen jungen Mann wie er mit seiner Hand direkt in die Kamera den Satansgruß macht .... oder .... ein Reporter der die Menschen mit folgenden Worten begrüßt: „Ich heiße alle Katholischen Pilger, Hindus, Budisten und Teilzeitchristen recht herzlich willkommen.“ Diese Begrüßung ist doch schon sehr bezeichnend oder?! Teilzeitchristen trifft es bei einigen doch ziemlich genau.  Ob nun Scheinchrist oder Teilzeitchrist, was macht das schon für einen Unterschied. Doch wir wollen wieder zurück auf uns blicken und uns überlegen, wie es bei uns mit unserem Glaubensleben und Lebensinhalt aussieht. Unsere Mitmenschen beobachten uns ganz genau und wenn sie wissen das wir „Christen“ sind sollten wir uns auch wie solche verhalten. Ihnen etwas vorzutäuschen, wäre auch dumm, denn sie durchschauen diese Maskerade sehr schnell und wie stehen wir dann da, viel mehr wie steht dann unser Herr da, den wir ja mit unserem Tun und Handeln ehren sollten?

Wir sollten uns folgende Frage überlegen:
 

„Was habe ich, was mein Nachbar, mein Freund, mein Mitschüler oder mein Arbeitskollege nicht auch hat? Was macht den Unterschied?“ Ganz einfach …, nichts, wenn das Leben, das ich führe, aus mir erklärt werden kann. Das Leben, das meine (weltlichen) Mitmenschen führen, kann aus ihnen heraus erklärt werden. Aus ihrer Sicht ist der einzige Unterschied: Ich bin religiös, sie sind es nicht. Das Christsein mag aus ihrer Sicht mein Hobby sein, aber eben nicht ihres. Die Art, wie ich lebe, rührt sie überhaupt nicht. Nichts an mir lässt sie  aufhorchen oder erstaunen, und es gibt nichts erstrebenswertes in meinem Leben, wozu sie sich nicht auch befähigt fühlten. Natürlich ohne die Unbequemlichkeit, Christ zu sein. Wäre es nicht schön ein echter Christ in der Nachfolge unseres Herrn zu sein, so wie unser vierter Kandidat.

 

4. Der (wiedergeborene) Christ

-          normales, unauffälliges Aussehen

-          der Inhalt ist gut erkennbar, sehr sauber und klar

-          Äußeres und Inneres stimmen überein

-          hat einen festen Standpunkt (Fundament)

-          offen für Zurechtweisung und Ermahnung

-          hält sich fern von den Verunreinigungen dieser Welt

-          reinigt sich täglich durch das Gebt und den Kontakt zu seinem Herrn

-          prüft sich und seinen Inhalt am Wort Gottes

 

Ist das für mein Leben nicht zu viel verlangt, schaffe ich das überhaupt so zu werden?

Unser Herr Jesus kann und will uns in dieser Frage ein Vorbild sein. Mit seinem Leben und Wirken hat er sich deutlich von seinen Mitmenschen unterschieden. Niemals war er überheblich, unhöflich oder besserwisserisch. Nein, er erniedrigte sich so weit, das er seinen Jüngern die Füße wusch, ja sogar soweit das er für seine Feinde und für jeden einzelnen Menschen den Tot am Kreuz auf sich nahm. Sicher ist diese Messlatte für uns viel zu hoch und auch unerreichbar, dennoch könnten wir diesem Ziel ein Stück näher kommen.

Die Lösung hierfür: „Nicht nur mit Jesus zu leben sondern er soll in uns leben.“

„Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir; was ich aber jetzt im Fleisch lebe, lebe ich im Glauben, und zwar im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ (Gal. 2, 20)

Die Bibel fordert uns auf, uns immer wieder selbst zu prüfen. Ganz besonders sollten wir auch auf den letzten Satz des folgenden Bibelverses achten, den er sagt uns ganz klar: „Entweder bist du in Christus und Er in dir oder du bist unecht.“

"Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, dass ihr unecht wärt!" (2. Kor. 13, 5)

Diese Aufforderung des Apostels an die Korinther ist auch für uns sehr wichtig! Der Glaube an Gott ist ja nicht nur ein Begriff, sondern eine Realität. Darum muss auch die Wirklichkeit Gottes an uns und durch uns offenbar werden, wenn wir von Glauben sprechen und uns gläubig nennen! Andernfalls haben wir nicht den richtigen Glauben, oder wir haben ihn wieder verlassen. Jakobus fasst dies in die folgende Worte: "Der Glaube, wenn er nicht Werke hat ist tot an sich selbst!" Hier findet bei vielen die sich gläubig nennen eine Begriffsverwechslung statt. Sie meinen, weil sie glauben, käme es auf die Werke nicht an. Das ist aber ein Irrtum. Es ist zwar richtig, dass wir uns mit unseren Werken nicht die Seligkeit verdienen können. Die hat uns Gott durch das Opfer Seines Sohnes erworben. Doch es ist ebenso richtig, dass lebendiger Glaube an Gott einfach Werke der Gerechtigkeit hervorbringt. Das sind dann gar nicht mehr unsere eigenen Werke, sondern Werke aus dem Glauben, das heißt Werke, die Gott in uns und durch uns vollbringt. Dabei ist unser Ruhm ausgeschlossen. Fehlen diese aber, dann bleibt unser Glaube den Beweis seiner Echtheit schuldig. Heute gibt es allzu viel "Christentum", in dem das Wesen und Leben Gottes nicht zu finden ist, das vielmehr die Züge des natürlichen Menschen trägt. Was ist das aber für ein Christentum, wenn Christus darin nicht offenbar wird? Es ist ein großer Selbstbetrug, und es wird der Tag kommen, an dem es ein ernstes Erwachen geben wird. Wahres Christentum strebt nach Gott, darum wird Er darin offenbar. Ein Glaube aber, der dieses Siegel nicht hat, ist nicht der rechte Glaube. Wahre Christen wollen sich durch Christus verändern lassen. Hast du erkannt, dass der Glaube das Mittel ist, um in Christi Bild und Wesen verwandelt zu werden? Wo Dinge in unserem Leben zu finden sind, die nicht mit Ihm übereinstimmen, sollten wir immer wieder unseren Glauben (unseren Lebensinhalt) überprüfen!