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Aiden Wilson Tozer (1897-1963) veröffentlichte mehr als 40 Bücher. Seinen Lesern hielt er immer wieder vor Augen, wie entscheidend wahre Nachfolge und eine tiefe Beziehung zu Gott für das geistliche Leben eines Christen sind. Heute, fast 50 Jahre nach seinem Tod, werden seine Bücher mehr gelesen als zu seinen Lebzeiten. Manchen nannten A. W. Tozer den "Propheten des 20. Jahrhunderts" - weil er, wie die alttestamentlichen Propheten, Fehlentwicklungen und falsche Herzenshaltungen in der evangelikalen Welt klar erkannte und mutig benannte.

Im Folgenden einige Kernsätze aus seinem Buch "The Set of The Sail":

Im Neuen Testament sind Errettung und Nachfolge so eng miteinander verbunden, dass sie als untrennbar erscheinen. Sie sind nicht identisch, aber wie bei siamesischen Zwillingen kann man ihre Verbindung nur trennen, wenn man den Tod eines der beiden Zwillinge in Kauf nimmt.

Dennoch wird diese Verbindung in den evangelikalen Kreisen heute aufgelöst. Das Glaubensbekenntnis des durchschnittlichen Christen lautet, dass das Heil sofort und automatisch geschenkt wird, während die Nachfolge eine Option darstellt, die der Christ auf unbegrenzte Zeit aufschieben kann oder sie überhaupt nicht akzeptieren muss… Die Lehre, dass Christus HERR sein will, wird völlig ignoriert. Das Fehlen der Lehre über wahre Nachfolge im heutigen Christentum hinterlässt ein Vakuum, welches wir instinktiv auszufüllen suchen.

Ich will einige Arten von Ersatz nennen:

1. Mystische Frömmelei: Darunter verstehe ich ein angenehmes Gefühl der Liebe für die Person unseres Herrn, die nur sich selbst zum Zentrum hat und überhaupt nichts mehr damit zu tun hat, dass wir unser Kreuz auf uns nehmen oder Gottes Gebote halten sollen.

2. Ein weiterer Ersatz für Nachfolge ist Buchstabentreue… Buchstabentreue versucht, einen heiligen Tempel auf der sandigen Grundlage des religiösen Ich zu bauen… Dies ist der alte Adam in religiöser Hochform; dieser Adam wird sich niemals selbst verleugnen, das Kreuz auf sich nehmen und Christus nachfolgen.

3. Ein weiterer Ersatz für Nachfolge ist Eifer in religiösen Aktivitäten. Etwas für den Herrn zu tun, ist heute unter nicht wenigen Evangelikalen zum eigentlichen Markenzeichen für Gottesfurcht geworden.