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(verm. von C. H. Spurgeon*)

Ein Übel hat sich im Lager der bekennenden Christen eingeschlichen, so voller Dreistigkeit, dass selbst der kurzsichtigste Christ sie kaum übersehen kann. In den letzten Jahren hat sich dieses Übel mit alarmierender Geschwindigkeit ausgebreitet. Es wirkte wie Sauerteig, bis der ganze Teig durchsäuert war!

Selten hat der Teufel es besser verstanden, den Gemeinden einzureden, es gehöre zu ihrem Auftrag, die Menschen zu unterhalten, um sie gewinnen zu können. Die Gemeinde, die das Evangelium verkündigt, hat ihr Zeugnis immer mehr verflacht, um sich dann den Belustigungen von heute zuzuwenden und diese zu rechtfertigen. Schließlich tolerierte sie diese in ihren vier Wänden. Nun sind sie gang und gäbe unter dem Vorwand, die Massen zu erreichen.

Dem entgegne ich zuerst, dass an keiner Stelle der Schrift steht, es sei die Aufgabe der Gemeinde, den Menschen zu unterhalten. Wenn dies ein christlicher Auftrag wäre, warum sprach Christus nie darüber? „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium der ganzen Schöpfung... und unterhaltet jene, die am Evangelium kein Gefallen finden.“

Solche Worte begegnen uns jedoch nicht. Es scheint, als ob Jesus so etwas nicht in den Sinn gekommen ist. Wo wird von den Entertainern gesprochen? Der Heilige Geist schweigt sich über sie aus. Wur­den die Propheten verfolgt, weil sie die Zuhörer unterhielten oder weil sie diese konfrontierten? Ein Musikkonzert kennt kein Märtyrerverzeichnis.

Das Anbieten von Unterhal­tung steht in direkten Widerspruch zur Lehre und zum Leben Christi und seiner Apostel. Was war die Haltung der apostolischen Gemeinde gegenüber der Welt? „Ihr seid das Salz der Welt“, nicht das Zuckerwerk! Das Salz wird ausgespuckt, nicht geschluckt.

Hätte Jesus mehr fröhliche und an­genehme Elemente in seine Predigten eingebaut, wäre er populärer gewesen. Als viele seiner Jünger sich von ihm abwandten und ihm nicht mehr nachfolgten, sagte er zu Petrus nicht: „Lauf ihnen nach und sage ihnen, dass wir ab morgen einen anderen Stil einführen werden; der Gottesdienst wird kurz und attraktiv sein, die Predigt wird gekürzt werden. Wir werden den Leuten einen angenehmen Abend bereiten. Sag ihnen, dass sie sich gewiss wohl fühlen werden! Schnell, Petrus, wir müssen die Menschen irgendwie herbringen!“

Nein! Jesus hatte Erbarmen mit den Sündern, er seufzte und weinte über sie, aber er versuchte nie, sie zu unterhalten! Vergeb­lich sucht man in den Briefen nach dem „Evangelium der Unterhaltung.“ Ihre Botschaft lautete: „Kommt heraus aus ihr (der Welt) und trennt euch von ihr… Rührt nichts Unreines an.“ Sie hatten unbegrenztes Vertrauen in das Evangelium und setzten keine anderen Waffen ein.

Nach­dem Petrus und Johannes wegen ihres öffentlichen Predigtdienstes festgenommen worden waren, versammelte sich die Gemeinde zum Gebet; ihre Bitte lautete jedoch nicht: „Herr, gib deinen Dienern, dass wir durch eine weise und gezielte Art diesen Menschen mit Hilfe von redlicher Unterhaltung zeigen können, wie fröhli­ch wir sind.“

Nein! Sie hörten nicht auf, Christus zu verkünden; sie hatten kei­ne Zeit, Unterhaltung zu organisieren. Durch die Verfolgung zerstreut gingen sie überall hin und predigten das Evangelium. Sie stellten die Welt auf den Kopf. Das ist der Unterschied zur Gemeinde von heute.

Letztlich, Unterhaltung verfehlt ihren Zweck. Lasst die Bedrückten zu Wort kommen, die durch musikalische Unterhaltung Frieden fanden. Lasst die Alkoholiker aufstehen, bei denen ein Theaterstück den entscheidenden Ausschlag zu ihrer Bekehrung gab. Niemand wird sich erhe­ben! Evangelisation durch Unterhal­tung führt niemanden zur Bekehrung.

Was wir heute brauchen, ist ernsthafter geistlicher Wandel gepaart mit einer biblischen Lehre, die den Verstand und das Empfinden erfasst, so dass Menschen dadurch entzündet werden.

Herr, reinige die Gemeinde von allem Unrat, welcher der Teufel über sie gebracht hat, und leite uns zu den apostolischen Methoden zurück!

 



*Schafe weiden - Der vorliegende, im Original bereits überarbeitete Text, wurde aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt. Die Webseite www.gracegems.org enthält ausschließlich lizenzfreies Gemeingut und ermutigt dazu, die vorhandenen Texte zu vervielfältigen und zu veröffentlichen. *Hinweis: Recherchen des Übersetzers nach der Quelle ergaben, dass diese nicht eindeutig bestimmt werden kann; Spurgeonkenner schreiben das Dokument aufgrund des Sprachstils durchaus Spurgeon zu.