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Auszüge aus Predigten von C. H. Spurgeon

 

Ein einfacher Test

Wie man Irrlehre von gesunder Lehre unterscheidet

Es ist eine bemerkenswerte Tatsache, dass alle Irrlehren, die in der christlichen Kirche in Erscheinung traten, immer die Tendenz aufwiesen, Gott zu entehren und den Menschen zu erhöhen. Sie zielten immer verdeckt oder offen auf die Erhöhung der menschlichen Natur, und sie leugneten die Souveränität göttlicher Gnade.

Um Gott seiner Herrlichkeit zu berauben, würden diese falschen Propheten der rebellischen und verderbten Kreatur einen falschen Glorienschein auf das Haupt setzen. Auf der anderen Seite sind die Lehren des Evangeliums, allgemein als die Lehren der Gnade bekannt, vor allem dafür bekannt, dass die Geschöpfe sich tief vor Gott beugen und Ihn als den Herrn zeigen, der hoch und erhaben auf dem Thron sitzt.

Dies ist eine so große Wahrheit, dass selbst der am schlechtesten gelehrte Christ, selbst wenn er nicht in der Lage ist, einem Irrlehrer Rede und Antwort zu stehen, immer die Unwahrheit erkennen kann, weil sie den Menschen auf Kosten Gottes erheben. Das kleinste Baby in der Gnade kann diesen Test machen: inmitten der unterschiedlichsten Meinungen, die es umgeben, kann es immer zu einem Urteil kommen, und zu einem richtigen Urteil dazu, über Wahrheit oder Falschheit einer Lehre, indem es diese Fragen stellt:

Verherrlicht sie Gott? Wenn dem so ist, ist sie wahr.

Erhöht sie den Menschen, dann muss sie falsch sein.

(Charles Spurgeon, Self-Sufficiency Slain, Predigt vom Sonntagmorgen in der Exeter Hall, 11. November 1860.)

 

Über seinen Calvinismus

Und lasst mich einige Worte an euch richten, die ihr, wie ich, überzeugte Calvinisten seid. Keine Gruppe von Menschen wird mehr verfolgt als wir. Gemeinhin heißt es, dass unsere Lehre die Zügellosigkeit fördert; wir werden als Antinomisten bezeichnet (Antinomismus leugnet die Verbindlichkeit von Gesetzen/Geboten und betont die freie Gnade); wir werden als Hypercalvinisten verschrien; wir werden als der Abschaum der Schöpfung angesehen; kaum ein Prediger sieht uns an oder spricht über uns mit Wohlwollen, weil wir entschieden an der heiligen Souveränität Gottes festhalten und an seiner göttlichen Erwählung und seiner besonderen Liebe zu seinem Volk. In vielen Städten werden die offiziellen Pastoren Ihnen sagen, dass es da ein übles Nest von Leuten gibt; dies sind, so sagen sie, Antinomisten – eine verrückte Gruppe von Kreaturen...

Es ist an der Tagesordnung, dass man die verleugnet, die Gott lieben, oder vielmehr, die nicht nur Gott lieben, sondern die alles lieben, was Gott gesagt hat, und die an der Wahrheit festhalten. Darum lasst uns nicht nur als Christen, sondern als eine besondere Gruppe von Christen, darauf achten, dass wir dem Feind keine Angriffsfläche bieten, sondern dass unser Leben geradlinig ist, dass wir nichts tun, das unserer Sache schaden könnte, die uns in unserem Leben so lieb ist, und an der wir bis in den Tod getreu festhalten wollen.

(Auszug aus der Predigt: False Professors Solemnly Warned  - Exeter Hall, Strand, 24. August 1856)

 

Eine ernste Ermahnung

Eine weitere Anklage, die Gott gegen die Gemeinde vorbringt, ist, dass sie mit dem Gehörten sorglos umging. Er sagt: "Denke nun daran, wie du empfangen und gehört hast, und bewahre es und tue Buße!" Wenn ich mich in anderen Punkten täusche, so doch nicht in dem Punkt, dass die Sünde dieser Zeit Unreinheit der Lehre und Oberflächlichkeit des Glaubens ist.

Nun, ihr wisst, dass man euch jeden Sonntag erzählt, dass es nicht wichtig ist, was ihr glaubt - dass alle Sekten und Denominationen errettet werden - dass Lehren unwichtige Dinge sind. Euch wird gesagt, dass die Lehren der Gnade Gottes eher gefährlich sind und um so weniger ihr sie ergründet, desto besser. Sie sind sehr gute Dinge für die Priester, aber ihr gewöhnlichen Leute könnt das nicht verstehen.

Mit vorsichtiger Zurückhaltung unterschlagen sie auf diese Weise einen Teil des Evangeliums. Aber da sie im neuen "jesuitischen" College studiert haben, verstehen sie sich darauf, sich selbst als Baptisten zu bezeichnen und gängige Lehren zu verkünden, damit sie sich als Calvinisten bezeichnen können. Und doch predigen sie Arminianismus, indem sie den Leuten sagen, dass es keine Rolle spielt, ob sie verwerfliche Häresien der Wahrheit Gottes predigen.

Und was sagt die Gemeinde? "Nun, er ist ein weiser Mann und sollte es eigentlich wissen". So verfallt ihr in eine so schlechte Priesterschaft wie eh und je. Aus Presbytern werden PRIESTER - groß geschrieben - und vielerorts wird ein Verkündiger zum PRIESTER, weil die Leute nicht selber in der Schrift forschen und sich mühen, die Wahrheit Gottes zu ergründen...

Eine neue Zeit ist dies, wenn Falschheit und Wahrheit sich einander küssen können! Eine neue Zeit, wenn Feuer und Wasser zu Freunden werden! Faszinierende Zeiten, wenn es zur Allianz zwischen Hölle und Himmel kommt! Falschheit und Irrtum gehen Hand in Hand - "wir alle sind Brüder", ist der Ruf von heute, obgleich Gott weiß, dass wir aus sehr verschiedenen Familien kommen. Wen kümmert die Wahrheit außer einigen engstirnigen Frömmlern, wie man sie zu nennen pflegt.

Erwählung - schrecklich! Prädestination - furchtbar! Bewahrung bis zum Ende - erbärmlich! Doch wendet euch den Puritanern zu, und ihr werden sehen, dass diese Wahrheiten an jedem Tag verkündet wurden. Wendet auch den Kirchenvätern zu. Lest Augustinus, und ihr werdet sehen, dass es diese Wahrheiten waren, für die er gelitten hätte und gestorben wäre.

(A SOLEMN WARNING FOR ALL CHURCHES. 24. Februar, 1856, New Park Street Chapel, Southwark, London.)

 

Wahrheiten, die geglaubt werden müssen

Eine gegenwärtig in die Mode gekommene Art, die göttliche Wahrheit zu verdrehen und es allen recht zu machen

Es gibt eine Reihe von Wahrheiten, die geglaubt werden müssen; sie sind grundlegend für das Heil, und, sofern sie nicht mit ganzem Herzen angenommen werden, wird die Seele ruiniert werden. Nun in der Urgemeinde sagten die Heiligen nicht, wie die Scheinheiligen von heute es tun: „Wir müssen sehr barmherzig sein und dem Bruder seine Meinung lassen; er sieht die Wahrheit von einem anderen Standpunkt und drückt diese mit anderen Worten aus, aber seine Meinung ist ebenso gut wie unsere, und wir dürfen nicht sagen, dass er sich im Irrtum befindet.“

Das ist eine gegenwärtig in die Mode gekommene Art, die göttliche Wahrheit zu verdrehen und es allen recht zu machen. Auf diese Weise wird das Evangelium abgewertet, und ein „anderes Evangelium“ wird verkündigt. Ich würde gerne den modernen, toleranten Geistlichen fragen, ob es eine Lehre irgendeiner Art gibt, für die der Mensch bereit sein müsste, sich verbrennen zu lassen oder für sie ins Gefängnis zu gehen.

Ich glaube, dass sie keine Antwort darauf hätten, denn wäre ihre Weitherzigkeit korrekt, dann wären die Märtyrer Toren höchsten Grades… Für sie ist Schwarz und Weiß die gleiche Farbe, sofern man sie nur aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Ja und Nein sind ihrer Meinung nach ebenso gleich. Ihre Theologie verändert sich wie Goodwin Sands [Sandbänke im Kanal für Dover, berüchtigt für Schiffbrüche], und sie betrachten Standhaftigkeit als Scheinheiligkeit. Irrtümer und Wahrheit sind im Kreise ihrer Barmherzigkeit ebenso miteinander vereinbar.

Die Apostel betrachteten den Irrtum nicht auf diese Weise. Sie rieten nicht zur weitherzigen Barmherzigkeit gegenüber der Falschheit oder bezeichneten den Irrlehrer nicht als einen Mann tiefer Gedanken, dessen Ansichten „erfrischend originell“ waren; noch weniger äußerten sie einen so bösen Unsinn über die Möglichkeit, den Glauben in ehrlichem Zweifel zu leben. Sie glaubten nicht daran, dass man durch Zweifel zur Rechtfertigung kam, wie unsere Theologen es tun; sie zielten auf die Umkehr des irrenden Bruders, sie behandelten ihn als eine Person, die bekehrt werden muss; und sie sahen in ihm auch einen Menschen, der, sofern er sich nicht bekehren würde, seine Seele dem Tod preisgeben würde.

Es gab nicht so viele oberflächliche Leute wie unsere kultivierten Freunde der „modernen Schule“, die letztlich gelernt haben, dass die Göttlichkeit Christi in Frage gestellt werden kann, das Werk des Heiligen Geistes ignoriert werden kann, die Inspiration der Schrift verworfen werden kann, der Erlösung kein Glaube geschenkt werden kann und die Wiedergeburt verworfen werden kann, und doch kann dieser Mann, der alle diese Dinge tut, als guter und sehr frommer Gläubiger gelten!

(Charles Spurgeon, The Soul Winner, Kapitel 15.)

 

Wir sind unnütze Knechte

Liebe Brüder,

wir sollten bedenken, dass wir mit jeder Arbeit, die wir für den Herrn getan haben, nur einen Teil unserer Schuld abtrugen. Ich hoffe, wir sind moralisch nicht so tief gesunken, dass wir es uns als etwas Großes anrechnen, wenn wir unsere Schulden bezahlen. Ich habe nie erlebt, dass sich Geschäftsleute etwas darauf zugute hielten, wenn sie an jemand aus bestimmtem Grund tausend Mark überwiesen hatten. „Hast du sie ihm geschenkt?“ — „Nein, ich schuldete sie ihm.“ Ist das etwas Besonderes?

Jesus Christus hat uns erkauft. Wir gehören nicht uns selbst. Was wir auch tun, es ist immer etwas, worauf er als Schöpfer und Erlöser ein Anrecht hat. Wenn wir alles getan haben, so haben wir nur getan, was wir zu tun schuldig waren. All unser Tun ist und bleibt sehr unvollkommen. Beim Pflügen gibt es Unebenheiten; das Vieh haben wir nicht so versorgt, wie es hätte sein sollen; und der reich gedeckte Tisch ist des Herrn, dem wir dienen, unwürdig gewesen.

Kann jemand von euch mit Genugtuung auf den Dienst für den Herrn zurückblicken? Ich kann es nicht und habe gewünscht, mein Leben wieder von vorn anfangen zu können. Und doch tut es mir leid, dass sich mein stolzes Herz einen solchen Wunsch erlaubt hat, denn aller Wahrscheinlichkeit nach würde ein zweites Leben noch schlechter ausfallen.

Was die Gnade für mich getan hat, erkenne ich mit tiefer Dankbarkeit an – aber für das, was ich selbst getan habe, bitte ich um Vergebung. Ich bitte Gott, mir meine Gebete zu vergeben, denn sie sind fehlerhaft. Ich bitte Gott, mir selbst dieses Bekenntnis zu vergeben, denn es ist nicht so demütig, wie es sein sollte. Ich bitte ihn, meine Tränen zu trocknen und meine Gedanken zu reinigen – sowie mir zu schenken, dass ich mich selbst ganz vergesse.

„O Herr, du weißt, wie wir zu kurz kommen in der Demut gegen dich! Vergib uns. Wir sind unnütze Knechte, und wenn du uns nach dem Gesetz richten würdest, wären wir alle verloren.“

(Aus: C.H. Spurgeon „Auf dein Wort“, CLV, S. 111)

 

Die rechte Art von Eifer

Christus tiefer erkennen

Es macht keinen Sinn, nach mehr Eifer zu streben, es sei denn, es geschieht in der rechten Weise: Christus tiefer zu erkennen. Und wenn wir danach streben, im Eifer zu wachsen, wie gewisse Leute, die wir nennen werden, es getan haben, dann werden wir einen Eifer haben wie ein Haus, in dem Feuer ausgebrochen ist! Dies wird mehr schaden, als es Gutes hervorbringen wird. Es mag ein wenig Hitze entstehen und ein wenig Erleuchtung; aber es wird vergehen, nach und nach, und es wird nichts als schwarze Asche zurückbleiben, die die Gemeinden überall vergiften wird.

Ich habe eine bestimmte Art von Erweckung in England gesehen, und ich kann immer sagen, wo es solche „Erweckungen“ gegeben hat aufgrund des von Narben gezeichneten Zustandes der Orte, wo sie anzutreffen waren. Diese sogenannten „Erweckungen“ entstanden durch euphorische Veranstaltungen, die von allerlei Predigern gehalten wurden, die seltsame Lehren erfunden haben, aber die nichts über die Gnade Gottes gesagt haben. Sie haben für eine Zeit die Menschen aufgewühlt und in eine Art religiösen Aufruhr versetzt, und sie haben eine buchstäbliche Wüste hinter sich gelassen. Bevor diese auftraten, gab es einen Garten des HERRN, aber hinter sich ließen sie Unfruchtbarkeit und Zerstörung.

Die Gemeinde war gespalten; es gab eine Reaktion, und die Menschen wurden in einem höchst beklagenswerten Zustand versetzt. Wenn wir wahren Eifer haben, dann verkündigen wir die gute alte Lehre, wir verkündigen Jesus Christus und ihn als gekreuzigt; denn alles andere kommt vom Teufel, und der Hölle ist es zugeneigt; es wird Zerstörung und nicht das Heil hervorbringen.

Solange wir uns an die Wahrheit Gottes halten, wird es genug an „Erweckung“ geben. Wir wollen nichts als das altmodische Evangelium, das die Welt wieder in Aufruhr versetzt. Obwohl Menschen neue Methoden ausprobiert haben, hat Gott nichts damit zu tun. Alle diese Irrlehren müssen hinweggetan werden, und das wahre Evangelium – das gekennzeichnet ist von der Gnade Gottes in der ganzen Souveränität der Erwählung – muss wieder gepredigt werden; und wenn es gepredigt wird in seiner ganzen Fülle, dann wird die Gemeinde voller Eifer sein, und dann wird Zion sich erheben und den Staub von sich abschütteln, um ihre schönen Gewänder anzulegen.

(Charles Spurgeon, Predigt Growth in Grace. Herbst 1858 in der New Park Street Chapel.)

 

Die Gemeinde braucht reife Christen

In diesen Tagen der Oberflächlichkeit braucht die Gemeinde entschiedenere, tiefgründigere, besser unterwiesene und fester gegründete Christen

Die christliche Gemeinde braucht reife Christen, insbesondere dann, wenn Neubekehrte hinzugetan werden. Neubekehrte bringen Schwung in die Gemeinde, aber Rückgrat und Substanz verdankt sie, so ist es Gottes Wille, den reifen Gliedern.

Wir brauchen reife Christen in der Armee Gottes, die als Veteranen dienen, um die anderen zu inspirieren zu Nüchternheit, Mut und Beharrlichkeit, denn wenn die ganze Armee aus jungen Rekruten besteht, gibt es die Tendenz, dass sie schwankend werden, wenn der Kampf härter wird als sonst üblich. Die alte Garde, die Männer, die zuvor durch Feuer und Rauch gegangen sind, werden nicht schwanken, wenn die Schlacht wie ein Sturm tobt. Sie mögen sterben, aber sie werden niemals aufgeben.

Wenn sie den Ruf hören, vorwärts zu gehen, werden sie nicht so flink zur Front eilen wie die jüngeren Soldaten, aber sie werden die himmlische Artillerie zu Hilfe rufen, und wenn sie vorwärts gegangen sind, werden sie nicht mehr zurückweichen. Sie werden nicht schwanken im dichten Kugelhagel, sondern sie halten ihre Stellung, denn sie erinnern sich an frühere Schlachten, als Jahweh ihr Haupt bedeckte.

In diesen Tagen der Oberflächlichkeit und der Zweckmäßigkeit braucht die Gemeinde entschiedenere, tiefgründigere, besser unterwiesene und fester gegründete Christen. Wir sind Angriffen durch alle möglichen neuen Lehren ausgesetzt. Der alte Glaube wird von sogenannten Reformern in Frage gestellt, die ihn wegreformieren würden. Ich erwarte, mindestens einmal pro Woche von einer neuen Lehre zu hören.

So oft der Mond in eine andere Phase eintritt, gibt es einen Propheten oder eine andere Person, die eine neue Theorie vorstellt, und glaubt mir, er wird für seine neue Lehre mehr eintreten, als er es jemals für das Evangelium tat. Der Vertreter einer neuen Lehre hält sich für einen modernen Luther, und seine Lehre hält er für das, was David von Goliaths Schwert dachte: „Es gibt keines wie dieses.“

Wie Martin Luther von gewissen Personen in seinen Tagen sagte, diese Erfinder neuer Lehren starren auf ihre Erfindungen wie eine Kuh auf ein neues Tor, so als ob es nur das Eine in der Welt gäbe, das man anstarren könnte. Von uns allen erwarten sie, dass wir ihre Moden übernehmen und nach ihrer Pfeife tanzen. Sollen wir ihnen nachgeben? Nein, nicht eine Stunde. Sie mögen eine Truppe von neuen Rekruten aufbieten und sie führen, wohin sie wollen, aber für feste Gläubige klingen ihre Signalhörner vergeblich.

Kinder laufen jedem neuen Spielzeug nach und jeder neuen Darbietung auf der Straße, und die Jungen sind alle auf solche Dinge gespannt und gaffen neugierig. Ihre Väter jedoch haben ihre Arbeit außerhalb zu verrichten, und ihre Mütter müssen sich um die Dinge daheim kümmern; deine Trommeln und Pfeifen werden sie nicht herauslocken.

Für die Festigkeit der Gemeinde, für ihre Ausdauer im Glauben, für ihre Verteidigung gegen die ständigen Angriffe der Irrlehrer und Treulosen und für ihr unermüdliches Vorangehen und die Einnahme neuen Landes für Christus, brauchen wir nicht nur die jungen, heißblütigen Männer, die Gott uns immer schickt, denn sie tun für uns einen unschätzbaren Dienst, ohne den wir nicht auskommen können, aber wir brauchen auch die ruhigen, beharrlichen, gut disziplinierten, erfahrenen Herzen von Männern, die die Wahrheit Gottes aus Erfahrung kennen und an dem festhalten, was sie in der Schule Christi gelernt haben. Möge der Herr, unser Gott, viele Männer dieser Art zu uns senden; sie sind unerlässlich.

(Predigt von Charles Spurgeon mit dem Titel "Ripe Fruit" (Reife Frucht) vom 14. August 1870 im Metropolitan Tabernacle, London.)

 

Das unveränderliche Evangelium

Heute haben viele offensichtlich einen Glauben, der für dieses gegenwärtige Zeitalter geschaffen wurde – vielleicht sollten wir besser sagen für den gegenwärtigen Monat. Das Evangelium des 16. Jahrhunderts wird lächerlich gemacht… Heute hat man kein Glaubensbekenntnis, weil man keines haben kann: man ist ständig in Bewegung; das Evangelium ist nicht das, was es gestern war, und es wird morgen nicht das sein, was es heute ist. Es ertönt der Ruf nach „Freiheit“, man hat Freude an Neuem, Wandel ist angesagt.

Auf der anderen Seite überleben inmitten des strahlenden Lichts des 19. Jahrhunderts einige wenige, die diese so fachkundigen Personen „Fossile“ nennen: darunter verstehen sie Gläubige, die auf den Herrn Jesus Christus vertrauen und glauben, dass das wahre Evangelium kein neues Evangelium ist, sondern dasselbe ist gestern, heute und in alle Ewigkeit.

Diese glauben nicht an „fortschrittliche Einsichten“, sondern sie sind der Überzeugung, dass die Wahrheit, die Seelen im 2. Jahrhundert rettete, auch heute noch Seelen zu retten vermag, und dass eine Form von Lehre, die vor einigen Jahren noch gänzlich unbekannt war, von sehr zweifelhaftem Wert ist und aller Wahrscheinlichkeit nach „ein anderes Evangelium ist, das keines ist.“

Auf jeden Fall - koste es, was es wolle - wir sind nicht nur frei uns von denen zu trennen, die sich von der Wahrheit Gottes entfernen, sondern es ist unsere Pflicht, dies zu tun… Ich bin bereit, alleine zu stehen, bis der Herr das Verborgene des Herzens richten wird.

(Charles H. Spurgeon, The Down-Grade Controversy, BiblioBazaar, 2008, S.113-115 - auszugsweise -)

 

(Quelle: distomos.blogspot.com)


"Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium, während es doch kein anderes gibt; nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht! Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich auch jetzt wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündigt als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht! Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus." (Paulus Brief an die Galater, K. 1,6-10)